| Und für eine Käseplatte, bei der ganz unterschiedliche Käsesorten gereicht werden, den Wein zu finden, der sich harmonisch allen angebotenen Käsearomen anpasst ohne sie zu verdecken und der durch die Käsearomen nicht überlagert und verfälscht wird, wenn es ihn gibt, dann hat ihn bisher noch keiner gefunden.
Der erste und beste Rat, den ich für die Kombination von Wein und Käse geben kann, ist der: Beschränken Sie sich auf zwei allerhöchstens drei ähnliche Käsesorten, wenn Sie Wein zum Käse reichen wollen, z.B. unterschiedlich reife Ziegenkäse. Geben Sie nicht noch Obst zum Käse, wie die beliebten Weintrauben und Birnen, da Obst nach ganz anderen Begleitweinen verlangt als Käse. Und dann wählen Sie den für den Käse passenden Wein aus.
In den meisten Fällen wird das ein Süßwein sein, eine Beerenauslese, ein edelsüßer Tokay pinot gris aus dem Elsass, ein ungarischer edelsüßer Tokaji Aszù, ein Sauternes usw.
Viele stark gesalzene und sehr würzige Käse, wie z.B. ein Roquefort oder ein Gorgonzola, oder auch ein kräftiger St. Marcellin, Livarot oder Munster präsentieren sich so am besten. Trockene Weine würden durch die fette Cremigkeit der Käse schnell metallisch schmecken, stark säurebetonte Weine würden dem Käsegeschmack überlagern. So ist es in England gute Tradition, zum Stilton immer einen Port zu trinken und die Engländer verstehen mehr von gutem Essen und Trinken als ihr Ruf das ahnen lässt, vor allem verstehen sie eine Menge vom Wein.
Allerdings gibt es ein paar feste Wein-Käse-Paarungen, die immer funktionieren.
Epoisses und ein gut gereifter Chambertin (bereits Napoleon wird nachgesagt, dass er diese Kombination sehr schätzte).
Camembert de Normandie mit einem weißen Burgunder.
Warmer Ziegenkäse auf Salat mit einem Rosé oder auch Pouilly-Fumé. Handkäs' mit Musik zu einem schönen Äbbelwoi. |